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Kaiserwetter und schnelle Zeiten beim 11. ZFS Münster-City-RUN

Strahlender Sonnenschein und trotzdem noch angenehme Lauftemperaturen herrschten bei der 11. Auflage des ZFS Münster-City-RUN. Ein solches Wetter ist die Belohnung für die vielen Vorarbeiten, die Veranstalter erbringen müssen. Die Organisation klappte reibungslos, obwohl das Zeitfenster für die Vollsperrung des Prinzipalmarktes nur von 18 bis 21.30 Uhr gültig ist. Die Zusage für die Startunterlagenausgabe auf dem Rathausinnenhof hat die Stadt kurzfristig zurückgezogen, wir haben sie auf den Domplatz verlegt. Hier hilft die Routine der Verantwortlichen, und doch muss mitunter schnell improvisiert werden. Der Zeitfaktor bestimmt beispielsweise auch die Siegerehrungen. Kaum war der letzte Schüler im Ziel des 1,2 km langen Laufes der Jüngsten, der pünktlich um 19.05 Uhr gestartet wurde, begannen auf der Hauptbühne direkt auch schon die Siegerehrungen für alle Altersklassen. Bereits nach der ersten Runde des Hauptlaufes über 10 km, Start 19.30 Uhr, waren die Ehrungen der Schülerinnen und Schüler auch schon wieder abgeschlossen. Rund 30 Minuten vom Start bis zum Ende der Ehrungen – rekordverdächtig. Ebenso schnell liefen später die Siegerehrungen für den Hauptlauf ab.

Die Verantwortlichen freuten sich besonders, dass die Realschule im Kreuzviertel, kurz RiK genannt, wieder fast 80 Schülerinnen und Schüler für den 1,2-km-Lauf gemeldet hatten, an dem Kinder und Jugendliche bis zur Altersklasse U16 teilnehmen können. Die RiK stellte damit das Gros der Schülerinnen und Schüler. Weil es in einem solchen Lauf eigentlich nur Sieger gibt, erhielten alle Finisher als Anerkennung eine Medaille im Ziel. Der sportliche Sieger bei den Schülern war Hendrik Lindstiot vom TB Burgsteinfurt (U16), der in der tollen Zeit von 3:48 Minuten die Ziellinie überquerte. Den Lauf der Schülerinnen gewann Jil-Marie Flieger (U14) von den Laufsportfreunden Münster in der nicht minder guten Zeit von 4:14 Minuten.

Beim Hauptlauf waren die Blicke auf einige ostafrikanische Läufer gerichtet, die den gültigen Streckenrekord bei den Männern von 29:44 Minuten, aufgestellt 2014 von Kimaiyo Kimutai Dickson, unterbieten wollten. Da der Kurs fünf gleich große 2-km-Runden aufweist, ist die Rechnung recht einfach: Jede Runde muss in der Zeit von 5:56 Minuten zurückgelegt werden, um die Rekordzeit zu unterbieten. Nach der ersten Runde sah man ein Quartett an der Spitze, das in 5:56 Minuten bei Start und Ziel vorbeikam. Dazu gehörten Lawrence Kirprono Rotich (Kenia), Mengistie Demeke Tadesse (Äthiopien), Ezekiel Kirprotich Meli (Kenia) und Eyob Solomun von der SG Wenden. Die zweite Runde haben sie noch etwas schneller in 5:54 Minuten absolviert. Die Spitze bildeten nun Demeke und Kirprotich. Der Manager der beiden schaute zufrieden. In der dritten und vierten Runden ließen die beiden im Tempo jedoch nach. Da genügte es auch nicht, dass sie in der letzten Runde noch einmal beschleunigten; der Streckenrekord blieb unangetastet. Im Spurt setzte sich letztlich der Äthiopier in 29:55 gegen den Kenianer in 29:56 Minuten durch. Dritter wurde Lawrence Kirprono Rotich (31:26) vor Eyob Solomun (31:32). Auf den weiteren Plätzen folgten Jan Simon Hamann (32:15) von hamburg running und Christoph Uphues (32:31) vom TV Wattenscheid. Jan Simon Hamann wurde übrigens 2012 in München Deutscher Marathonmeister in der Zeit von 2:19:46 Stunden. Berufsbedingt hatte er sein Pensum in den vergangenen Jahren reduzieren müssen. Eigens für den ZFS Münster-City-RUN war er zusammen mit Jana Baum aus der Hansestadt angereist und klagte über die staubedingte Fahrzeit von etwas mehr als vier Stunden: „Es wäre noch etwas mehr drin gewesen, aber nach der langen Anfahrt…“ Schnellster Mann des ausrichtenden Vereins war Yannick Rinne in der Zeit von 33:32 Minuten.

Im Frauenfeld war die Vorjahressiegerin, Christl Dörschel von der SG Wenden, am Start. Sie gehört zur Stammkundschaft. „Ich liebe diesen Lauf und den Münster-Marathon. Ich mag die Atmosphäre und den Zieleinlauf“, ist ihre einfache Begründung. Da mit Amete Medhanti Gonfa eine Äthiopierin, die eine Bestzeit von 34:11 Minuten besitzt, startete, war eigentlich schon klar, dass sie ihren Vorjahreserfolg nicht würde wiederholen können. Gonfa übernahm auch gleich die Spitze des Frauenfeldes und absolvierte in 6:41 Minuten die erste Runde. Das lag deutlich unter dem alten Streckenrekord bei den Frauen, der seit 2014 bei 34:51 Minuten steht und von der Kenianerin Pamela Cherotich gelaufen wurde. Aber schon nach der zweiten Runde war klar, dass die Äthiopierin keinen neuen Rekord aufstellen würde. Die Zwischenzeiten lagen deutlich über sieben Minuten, dennoch lief sie einem ungefährdeten Sieg in 35:31 Minuten entgegen.

Um Platz 2 sah es lange nach einem Zweikampf zwischen Jana Baum vom Hamburger Laufladen und Frederike Straeten von der LG Brillux aus. Christl Dörschel folgte mit Abstand auf dem vierten Rang. Sie hatte sich aber das Rennen klug eingeteilt, ging noch an Straeten (38:27) vorbei und war der Hamburgerin (38:07) nur knapp in 38:10 Minuten unterlegen. Auf den Plätzen fünf und sechs folgten Sandra Schmidt (39:18) vom Lauftreff Bittermark und Melina Buil (40:28) vom Runners Point Run Club. Schnellste LSFerin war Farina Lennartz auf dem 11. Platz in 42:53 Minuten.

Erfreulich war auch der Zuschauerzuspruch, obwohl es ja ein für viele attraktives Kontrastprogramm im Fernsehen gab. Die Deutsche Fußballnationalmannschaft stand im Endspiel des Confed-Cups und konnte gegen Chile 1:0 gewinnen.

Die 11. Auflage dieser attraktiven Laufveranstaltung war sicherlich ein würdiger Beitrag zum 10-jährigen Jubiläum unseres Titelsponsors Zentrum für Sportmedizin Münster. Wir schätzen uns sehr glücklich, dass das ZfS diesen Lauf so gut unterstützt. Rein äußerlich konnte man dies am neuen Zielbogen ablesen, der auch künftig bei unseren beiden anderen Laufveranstaltungen eingesetzt wird.

Ein großer Dank geht an Krombacher ALKOHOLFREI. Das Unternehmen unterstützt uns schon seit vielen Jahren und sorgt stets dafür, dass es im Ziel leckere Getränke gibt.

Für Information und Zugleich Werbung sorgt unser Medienpartner die Westfälischen Nachrichten, wofür wir uns ebenfalls bedanken.  

Rund 100 Helfer trugen an ganz vielen verschiedenen Punkten dazu bei, dass die Veranstaltung reibungslos läuft. Ein kleines Team investiert im Vorfeld viele Stunden, um diesen Tag vor- und anschließend nachzubereiten. Allen dafür eine herzliches Dankeschön.

Michael Holtkötter
im Namen des Vorstandes der Laufsportfreunde Münster